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Region Ost » Schillerkirche
Die Schillerkirche Unserer Lieben Frau wurde zu Ehren der heiligen Maria gebaut, sie bildete den Mittelpunkt der Dörfer Wenigenjena und Camsdorf und gehörte wie alle rechtssalischen Dörfer zum Bistum Zeitz-Naumburg.
Das heutige Gotteshaus ist eine Saalkirche aus dem 14. bzw. 15. Jahrhundert, welches anstelle eines Vorgängerbaus aus der Zeit um 1300 an diesem Ort errichtet wurde. Es fügt sich aus zwei stilistisch unterschiedlichen Bauteilen zusammen: an das niedrige und verkürzte Langhaus grenzt im Osten ein einjochiger Chor mit seinem unvollendeten Nordturm. Er schließt polygonal, in fünf Seiten des Achtecks und entstammt der Bauzeit aus dem ersten Drittel des 15. Jahrhunderts.
Der Chor wurde in den Jahren 1897 bis 1902 restauriert und gewölbt. Die Kreuzrippengewölbe dieser Zeit lasten auf den noch erhaltenen ursprünglichen spätgotischen Kopf- und Fächerkonsolen. Zwischen Chor und dem Turmstumpf befindet sich ein achteckiger bis zum Dach führender Treppenanbau von 1828.
Mit dem Bau des Langhauses begann man Ende des 15. Jahrhunderts, es trat jedoch ein Baustillstand ein - die Steine wurden für den Turmbau an der Michaelskirche verwendet. So blieb es lange Zeit unvollendet, bis es im Jahr 1557 provisorisch als protestantischer Gemeinderaum seinen Bauabschluss fand. Das Langhaus wurde in drei Jochen der Südfront bis zum Kaffgesims und das größer geplante Skulpturenportal - mit Konsolen und Baldachinen sowie eine Vorhalle mit Nischen und Blendmaßwerk - bis zum Wölbeansatz ausgeführt, die ursprüngliche Höhe betrug 3,50 m, wurde aber in späterer Zeit erhöht.
Die Mitwirkung des Meisters Peter Heierliß, einer der führenden Steinmetzen an der Stadtkirche St. Michael, ist durch Steinmetzzeichen am Südportal nachweisbar.
Der Raumcharakter des Inneren zeichnet sich durch seine Schlichtheit aus. An den Wänden erstreckt sich eine dreiseitige Empore, die zum Teil noch aus dem 18. Jahrhundert stammt.
In Gedenken an die Trauung von Friedrich Schiller und Charlotte von Lengefeld im Jahre 1790 wurde die Kirche Unserer Lieben Frau 1909 in Schillerkirche umbenannt.
Das Gotteshaus wurde 1980 renoviert.
Besichtigung
Für Besichtigung der Schillerkirche wenden Sie sich bitte an:
Hans Lemuth
Tautenburger Straße 3, 07749 Jena
Telefon: 036 41 / 44 70 87
Ausstattung
- Spätgotischer SAKRAMENTSSCHREIN an der Chornordwand
- KANZEL am südlichen Triumphbogenpfeiler, Ende des 18. Jahrhunderts
- GRABSTEIN im Chor