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Region Nord-West » Kirche Lehesten

Sechs Kilometer westlich von Jena entfernt liegt das Dorf Lehesten an der alten Straße von Isserstedt nach Dornburg. Der Ortsname leitet sich von dem slawischen Wort Lescina, Haselgebüsch, ab.

Lehesten wird um 1257 als Leitzstein, 1272 als Lessen und ab der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts in den Urkunden als Lestin oder Leistin erwähnt.

Im Jahr 1074 wurde Lehesten vom Erzbischof von Köln dem Kloster Saalfeld übergeben, der Ort war Sitz eines Adelsgeschlechts, welches mit der Familie der Herren von Isserstedt verwandt war, die die Burg als Lehn der Burggrafen von Kirchberg trugen. Die Burg wurde bei einem Feldzug gegen die Kirchberger im Jahr 1304 zerstört und fiel in Wettinischen Besitz. Von den Wettinern wurde sie 1507 an den Deutschritterorden verkauft (vgl. dazu den Deutschritterorden in Zwätzen).

Kirche Lehesten

Der Orden richtete eine Komturei ein und baute schließlich 1550/51 die Burg um. Nach der Auflösung des Ordens im Jahr 1809 fiel der Besitz an das Königreich Sachsen und 1815 an das Großherzogtum Sachsen-Weimar.

Die wohl ursprünglich rechteckige Anlage ist heute nur noch fragmentarisch erhalten: drei Flügel, ein Teil vom Wassergraben im Westen, der ehemalige Bergfried und die ehemalige Burgkapelle im Süden. Aufgrund der späteren landwirtschaftlichen Nutzung wurde der östliche Teil der Burg sehr stark verändert.

Die evangelische Fialkirche - die ehemalige Burgkapelle - wurde im Zuge von Umbaumaßnahmen in den Jahren 1550/51 als Saalkirche mit einem dreiseitig polygonal endenden Chor und einem Dachreiter errichtet. Nur noch die Glocke weist auf die mittelalterliche Kirche hin.

Im Süden über dem Rundbogenportal befindet sich ein Wappen mit dem Monogramm des Landeskomturs Herzog Christian August von Sachsen-Zeitz mit der Jahreszahl 1689, ein Hinweis auf Bauaktivitäten in dieser Zeit.

Das Kirchenschiff ist sehr schlicht. Im Inneren führt eine dreiseitige Empore an den Wänden entlang.

Ausstattung

  • KANZELALTAR mit einem dreiteilig verzierten Korb, er trägt die Jahreszahl 1633
  • Kleines spätgotisches ALTARKRUZIFIX aus dem Jahr 1555
  • TAUFSTEIN aus dem 17. Jahrhundert
  • ORGEL aus der Mitte des 19. Jahrhunderts