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» Deutschritterorden
Während des 3. Kreuzzuges (1189 bis 1192), bei dem der Staufenkaiser Friedrich I. Barbarossa ums Leben kam und dessen Sohn Friedrich als Herzog von Schwaben das deutsche Ritterheer gegen die Stadt Akkon in Palästina führte, brachen während der achtmonatigen Belagerung furchtbare Seuchen aus. Aus diesem Grund wurde von den Lübecker und Bremer Bürgern vor den Mauern der Stadt Akkon ein Spital zur Betreuung und Pflege kranker Kreuzfahrer und Pilger eingerichtet. Die Leitung übernahm wahrscheinlich der herzogliche Kaplan Konrad, um einen Orden zu gründen, der nach der bereits bestehenden Regel der Johanniter lebte. Nach der Zustimmung von Papst Clemens III. 1191 wurde von weltlichen und geistlichen Fürsten 1198 in Akkon beschlossen, das deutsche Hospital zu einem Ritterorden umzuwandeln. Die Regel, an der Johanniter- und Templerregel angelehnt, beinhaltete Keuschheit, Gehorsam, Armut - dennoch durfte der Orden über Besitzungen verfügen wie Äcker, Weingärten, Mühlen, Dörfer, Knechte und Frauen, alles zum Erhalt der Spitäler auch von Nöten. Die Brüder trugen gegen ihre Glaubensfeinde Waffen und als Zeichen ihrer Ritterschaft weiße Mäntel mit einem schwarzen Kreuz.
Im heiligen Land selbst hatte der Orden nur kurze Zeit Einfluss und Bedeutung, denn wenige Jahrzehnte später fanden die Kreuzzüge ihr Ende. Jedoch in Europa gewann der Orden aufgrund zahlreicher Schenkungen und kaiserlicher Privilegien sowie durch den Beitritt bedeutender Persönlichkeiten schnell gesellschaftliches und politisches Ansehen und konnte sich vor allem nach Ost- und Westeuropa rasch ausbreiten. Der Orden umfasste gegen Ende des 13. Jahrhunderts 13 Balleien (Ordensprovinzen) innerhalb des Deutschen Reiches.
In Deutschland war der Deutschritterorden in Balleien - eine Art Verwaltungsbezirke - aufgegliedert. Einer Ballei stand ein Landkomtur vor, dem alle Komturherren der einzelnen Niederlassungen unterstellt waren. Der Landeskomtur wurde von den Hauskomturen der Ballei gewählt und war diesen vorgesetzt.